Schloss Landsberg
Seit dem 11. Jahrhundert ist in den Chroniken die Burg Landeswehre, ab 1129 im Besitz der Herren von Landeswehr, als Bestandteil der Schutzanlagen der nördlichsten Landesteile des Bistums Würzburg
(Landwehranlagen) bekannt. Die Burg, deren Besitzer häufig wechselten, diente auch zur Sicherung der Handelsstraße Gotha-Würzburg-Frankfurt. Durch Zerstörungen im Bauernkrieg und im dreißigjährigen
Krieg wurde Landeswehre unbewohnbar. Reste der Schutzmauern und des Bergfriedes (Turmes) sprengte man nach 1682 und verwendete das Material beim Bau des Residenzschlosses Elisabethenburg in
Meiningen.
Nur der nicht abgetragene Stumpf des gesprengten Bergfriedes und der Brunnenschacht blieben erhalten. 1793 erwarb Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen den Burgberg vorübergehend,
es kam aber nicht zu einer Bebauung. Erst sein Sohn Berhard II. Erich Freund von Sachsen-Meiningen, ließ dann ab 1836 hier das jetzige Schloss Landsberg (von Landwehrberg abgeleitet) im neugotischen
Stil nach dem Vorbild englischer Adelssitze (Windsor-Castle, Hampton-Court) errichten.
Die Architekten des Schlosses waren der Meininger Hofbaurat August Wilhelm Doebner (1805-1871) und Carl Alexander von Heideloff (1789-1865). Anregungen zum Bau eines solchen Schlosses in Meiningen
kamen unter anderem auch dadurch zustande, dass Herzog Berhard II. häufiger zu Besuch seiner älteren Schwester Adelheid (1792-1842, ab 1830 Queen Adelaide neben King William IV., regierten bis 1837)
in England weilte.
Bernhard II. bewohnte das Schloß eher selten, sein Nachfolger Georg II. (1826-1914, Regent ab 1866) mied es als Wohnung ganz und ließ, wie schon von seinem Vater begonnen, Teile der herzoglichen Kunstsammlungen hier unterbringen. Bis zum 1. Weltkrieg konnte das Schloss mit seinem ursprünglichen Mobiliar und den hinzugekommenen Ausstellungsstücken dann auch öffentlich besichtigt werden (ab 1907 mit geregelten Öffnungszeiten) und war seinerzeit das meistbesuchte Schloss in Sachsen-Meiningen.
1920 verkaufte die herzogliche Familie das Schloss mit nahezu allem Inventar an einen New-Yorker Kaufmann, der es als Wohnsitz beanspruchte. Später gehörte das Schloss einer Berliner Familie. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es verstaatlicht und wechselweise als Altenheim, medizinisches Bildungszentrum des damaligen Bezirkes Suhl und Gaststätte des HO-Kreisbetriebes Meiningen genutzt. Ein Großteil des Inventars wurde zerstört oder entfernt. In den Jahren 1975 – 1978/79 baute der HO-Kreisbetrieb den Landsberg als Luxus-Hotel um. 1991 bis 1996 befand sich das Haus im Besitz der S.-M. (Sachsen-Meining´schen) Hotel Schloss Landsberg GmbH & Co. KG und wurde von Friedrich-Ernst (Ur-Urenkel von Georg II.), Prinz von Sachsen-Meiningen betrieben. Seit März 1997 steht das Schloss, welches Anfang 2003 noch einmal komplett saniert und neu möbliert wurde, unter der Leitung der "Meininger Hotels mit Flair GmbH", deren geschäftsführender Gesellschafter Uwe Klein ist und zu der außerdem das Hotel Schlundhaus & Gästehaus Rautenkranz, das Palais am Prinzenberg, das Alte Knasthaus Fronveste sowie seit Dezember 2009 der Ernestiner-Hof in Meiningen gehören. Außer dem Palais am Prinzenberg befinden sich heute alle diese genannten, denkmalgeschützten Objekte im Eigentum der gemeinnützigen "Stiftung Meininger Baudenkmäler", die Ende 2007 durch Uwe Klein ins Leben gerufen wurde.
